Lohnabrechnung mit DATEV – verständlich erklärt (DE)

TL;DR

DATEV ist der Standard für rechtskonforme Lohnabrechnung in Deutschland. Es eignet sich besonders für Unternehmen, die mit Steuerberater:innen arbeiten oder hohe Anforderungen an Steuer-, Sozialversicherungs- und Meldepflichten haben. Für variable Vergütung (Provisionen, Boni) braucht es oft Vorsysteme, die sauber an DATEV übergeben.


Was bedeutet „Lohnabrechnung mit DATEV“?

Die Lohnabrechnung mit DATEV beschreibt die monatliche Berechnung, Meldung und Dokumentation von Gehältern nach deutschem Recht – inklusive Steuern, Sozialabgaben, Bescheinigungen und Zahlungen.


DATEV-Lösungen für die Lohnabrechnung

Je nach Unternehmensgröße und Setup kommen typischerweise diese Module zum Einsatz:

  • DATEV Lohn und Gehalt
    Klassische Lösung für kleine und mittlere Unternehmen (oft über Steuerkanzleien).
  • DATEV LODAS
    Leistungsstärker für größere Organisationen mit komplexeren Abrechnungen.
  • DATEV Arbeitnehmer online
    Digitale Bereitstellung von Abrechnungen für Mitarbeitende.

So läuft die Lohnabrechnung mit DATEV ab (Schritt für Schritt)

  1. Stammdaten pflegen
    Mitarbeitende, Steuerklassen, Krankenkassen, Vertragsdaten.
  2. Variable Daten erfassen
    Arbeitszeiten, Zuschläge, Einmalzahlungen, Boni, Provisionen.
  3. Abrechnung durchführen
    DATEV berechnet Brutto → Netto inkl. aller Abzüge.
  4. Meldungen & Bescheinigungen
    Automatische Übermittlung an Finanzamt & Sozialversicherung.
  5. Auszahlungen & Dokumente
    Lohnüberweisung, Abrechnungen, Jahresmeldungen.

Vorteile von DATEV

✔ Rechtssicher & aktuell
Automatische Updates bei Gesetzesänderungen (DE-Arbeitsrecht).

✔ Steuerberater-Standard
Nahtlose Zusammenarbeit mit Kanzleien.

✔ Umfangreiche Meldungen
ELStAM, DEÜV, SV-Nachweise, Lohnsteueranmeldung.


Typische Herausforderungen

HerausforderungErklärung
Komplexe BedienungDATEV ist leistungsstark, aber nicht nicht ohne Schulung nutzbar
Variable VergütungProvisionen/Boni oft nur begrenzt modellierbar
Abhängigkeit von KanzleiViele Unternehmen sind auf Steuerberater angewiesen
Wenig Transparenz für SalesProvisionslogik liegt oft außerhalb von DATEV

Provisionen & Boni mit DATEV abrechnen – so geht’s richtig

DATEV ist kein Provisions- oder Incentive-System. Best Practice:

  1. Provisionen extern berechnen (z. B. in einem spezialisierten System)
  2. Freigabe & Kontrolle durch Finance/HR
  3. Übergabe der Summen an DATEV (als Lohnart)
  4. Rechtskonforme Auszahlung über die Gehaltsabrechnung

👉 Für SaaS- und Sales-Teams ist diese Trennung entscheidend, um Transparenz, Skalierbarkeit und Audit-Sicherheit zu erreichen.


Für wen ist DATEV geeignet?

Sehr gut geeignet für:

  • Deutsche KMU & Mittelstand
  • Unternehmen mit Steuerberatung
  • Klassische Fixgehälter + einfache Zuschläge

Eingeschränkt geeignet für (bezogen auf Provisionen):

  • SaaS-Unternehmen mit komplexen Provisionsplänen
  • Schnelles Wachstum mit häufigen Planänderungen
  • Internationale Sales-Teams

Häufige Fragen (FAQ)

Ist DATEV Pflicht in Deutschland?
Nein, aber de-facto-Standard bei Steuerkanzleien.

Kann ich DATEV ohne Steuerberater nutzen?
Ja, technisch möglich – in der Praxis selten.

Kann DATEV Provisionen automatisch berechnen?
Nein. Provisionen werden meist extern berechnet und als Lohnart importiert.

Ist DATEV DSGVO-konform?
Ja. Deutscher Anbieter mit EU-Hosting.

Gibt es Alternativen?
Für reine Lohnabrechnung ja – für Provisionen & Incentives braucht es Zusatzlösungen.