Provisionsabrechnung im Strukturvertrieb (MLM = Multi-level-Marketing)
TL;DR
Die Provisionsabrechnung im Strukturvertrieb ist komplex, weil Provisionen mehrstufig, zeitverzögert und oft rückforderungsfähig (Stornohaftung) sind. Ohne automatisierte Systeme führen Excel-Lösungen schnell zu Fehlern, Intransparenz und Konflikten. Moderne Provisionssoftware bildet Hierarchien, Stufen, Overrides und Stornos revisionssicher ab.
Was bedeutet Provisionsabrechnung im Strukturvertrieb?
Definition:
Die Provisionsabrechnung im Strukturvertrieb beschreibt die Berechnung und Auszahlung von Vergütungen an Vertriebspartner über mehrere Hierarchieebenen hinweg. Neben der Direktprovision erhält auch die übergeordnete Struktur (Upline) Anteile.
Typische Einsatzfelder:
- Finanz- & Versicherungsvertrieb
- Telekommunikation & Energie
- Direktvertrieb / MLM
- Franchise-ähnliche Vertriebsmodelle
Typische Provisionsstruktur (vereinfacht)
| Ebene | Rolle | Vergütung |
|---|---|---|
| Ebene 1 | Direkter Vermittler | Abschlussprovision |
| Ebene 2 | Teamleiter | Override / Strukturprovision |
| Ebene 3 | Regionalleiter | Differenz- oder Bonusprovision |
| Ebene 4 | Zentrale | Ziel- & Performance-Boni |
➡️ Eine einzelne Transaktion kann 5–10 Abrechnungsregeln auslösen.
Zentrale Bestandteile der Abrechnung
1. Hierarchien & Upline-Logik
- Dynamische Strukturen (Beförderungen, Wechsel)
- Zeitabhängige Zuordnung (wer war wann Vorgesetzter?)
2. Provisionsarten
- Direktprovision
- Struktur- / Override-Provision
- Differenzprovision
- Volumen- & Zielboni
3. Storno & Haftung
- Rückforderung bei Kündigung / Widerruf
- Haftungszeiträume (z. B. 6–24 Monate)
- Teilstornos & Ratenmodelle
4. Abrechnungszyklen
- Monatlich / quartalsweise
- Vorschüsse vs. Endabrechnung
- Korrekturläufe
Warum Excel im Strukturvertrieb scheitert
| Problem | Auswirkung |
|---|---|
| Manuelle Formeln | Fehleranfällig |
| Versionschaos | Keine Nachvollziehbarkeit |
| Keine Historisierung | Prüfungsrisiko |
| Keine Simulation | Unklare Anreizwirkung |
| Schlechte Transparenz | Misstrauen im Vertrieb |
👉 Excel skaliert nicht, sobald mehr als 2–3 Ebenen oder Stornos ins Spiel kommen.
Anforderungen an moderne Provisionssoftware für Strukturvertriebe
Must-haves:
- Mehrstufige Hierarchien (zeitabhängig)
- Regel-Engine ohne Formeln (No-Code)
- Storno- & Haftungslogik
- Simulation & Forecast
- Transparente Partner-Reports
- DSGVO-konforme EU-Datenhaltung
Best Practice: Saubere Struktur aufsetzen
Schritt-für-Schritt:
- Klare Rollen & Ebenen definieren
- Provisionslogik schriftlich dokumentieren
- Storno- & Haftungsregeln festlegen
- Simulation vor Rollout
- Automatisierte Abrechnung statt Excel
- Partnerportal für Transparenz nutzen
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Ebenen sind üblich im Strukturvertrieb?
Meist 3-6, teilweise bis zu 10.
Sind Strukturprovisionen rechtlich erlaubt?
Ja, sofern kein Schneeballsystem vorliegt und reale Produkte verkauft werden.
Wie geht man mit Umstrukturierungen um?
Zeitbasierte Hierarchie-Logik ist entscheidend.
Was ist die größte Fehlerquelle?
Manuelle Excel-Abrechnung bei Stornos.
Wie lange sind Stornohaftungen üblich?
6–24 Monate, abhängig von Produkt & Branche.